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Bei der Umsetzung von Solvency II, der EU-Verordnung zur Eigenmittelausstattung, werden die Risiko-Manager in den Assekuranzen zu den großen Gewinnern gehören.
Die Zeichen stehen auf Wandel: Ähnlich wie Basel II im Bankensektor macht die angekündigte EU-Verordnung zur Eigenmittelausstattung für Versicherungen, Solvency II, einer ganzen Branche Beine. "Wer sich tief greifend mit den Auswirkungen befasst, wird erkennen, dass sich die Assekuranz an einer Weggabelung befindet und zum Aufbruch in die Zukunft bereit sein muss", drängt denn auch Bernhard Schareck, der Präsident des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft, Allianz, Ergo, Talanx und Co. zur Eile. Der Countdown läuft.
Mitte dieses Jahres wird die EU-Kommission den endgültigen Richtlinien-Entwurf auf den Weg durch die Gremien und Instanzen bringen, in knapp drei Jahren soll Solvency II in Kraft treten. Und die deutschen Versicherer sind drauf und dran, die kostspieligen Fehler der Banken im Zusammenhang mit Basel II zu wiederholen - allzu zögerlich beginnen die Unternehmen mit der Umsetzung der neuen Vorgaben aus Brüssel.
Ein Grund für die Zurückhaltung dürften sicher die weit reichenden Konsequenzen der Neuregelung sein. Im Fokus der Verantwortlichen steht dabei vor allem die Säule 2 der Richtlinie, die zu einer Verbesserung des Risiko-Managements in den europäischen Versicherungsunternehmen führen soll - und wohl auch wird. Nicht zuletzt deshalb, weil die Einsicht in Notwendigkeit und Nutzen durchaus gegeben ist. Branchenumfragen und Studien zum Thema ermittelten ein hohes Maß an Zustimmung in den Chefetagen. Auch unabhängig von den regulatorischen Zwängen aus Brüssel stehen die Zeichen auf Ausbau, Intensivierung und Professionalisierung der Aktivitäten beim Risiko-Management.
Entscheidend für diese Entwicklung sind betriebswirtschaftliche Gründe: Angesichts des sich weiter verschärfenden Konkurrenzkampfes und schwindender Margen wird das Risk-Management zunehmend als Werttreiber und Wettbewerbsvorteil gesehen.
Entsprechend gute Karten haben die dafür zuständigen Spezialisten: Sie dürfen sich über eine massive Aufwertung ihres Tätigkeitsfeldes und auf erhebliche Investitionen freuen. Gleichzeitig steigen aber auch die methodischen und fachlichen Anforderungen an das Personal. Erwartet werden unter anderem neue, unternehmensspezifischere Modelle zur Risikobewertung und deutliche Fortschritte bei der Risikosteuerung.
Interessenten mit dem notwendigen Know-how, klassischerweise aus dem Controlling oder der Revision, winken spannende Aufgaben und überdurchschnittliche Bezüge. Und die Gewissheit, in einem Bereich zu arbeiten, dessen Bedeutung weiter zunehmen wird.
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