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Die deutschen Banken sind so international ausgerichtet wie nie zuvor: Allein die drei Frankfurter Großbanken haben mehr als 50 000 Mitarbeiter ihren Job im Ausland.
“Haben Sie Ihre Socken schon gezählt?“
Mit dieser Frage begrüßt die WestLB Mitarbeiter, die sich für einen Auslandsjob interessieren, auf ihrer Homepage und warnt – andere Länder, andere Sitten – exemplarisch vor den peniblen Zöllnern in Brasilien. Das Land am Zuckerhut ist dabei nur eines von vielen, in denen sich die WestLB-Gruppe mittlerweile engagiert: „35 Länder warten auf Sie!“, lockt die Landesbank aus Düsseldorf berufserfahrene Bewerber mit Fernweh.
Keine schlechten Aussichten auf neue berufliche und kulturelle Horizonte haben auch die Mitarbeiter der drei weltweit aktiven Frankfurter Großbanken. Deutsche, Dresdner und Commerzbank sind so international aufgestellt wie nie zuvor. Im Durchschnitt stolze 39 Prozent ihrer Jobs befinden sich inzwischen außerhalb des Heimatmarktes zwischen Ostsee und Alpen.
Mit weitem Abstand die meisten Auslandsmitarbeiter weist dabei die Deutsche Bank aus. Nur noch 41,5 Prozent der gut 63 000 Angestellten betreiben hierzulande Geldgeschäfte. Die wachsende Mehrheit der Deutschbanker hat Jobs im europäischen Ausland, in den USA und im pazifischen Wirtschaftsraum. Noch globaler geht es kaum. Die beiden anderen Banken sind etwas zurückhaltender. Von den rund 33 000 Dresdner-Bank-Mitarbeitern sitzen aber auch schon knapp 6000 überwiegend im europäischen Ausland, ein Großteil davon bei der Investment-Banking-Tochter Dresdner Kleinwort. Ähnliches gilt für die Commerzbank: Hier sind es 8700 von rund 36 000 Beschäftigten – beinahe jeder vierte Job. Die Schwerpunkte liegen in Europa, Nordamerika und Asien.
Zusammen kommen allein die großen Drei aus Frankfurt auf mehr als 50 000 Mitarbeiter außerhalb Deutschlands. Die überwältigende Mehrheit wurde und wird natürlich vor Ort rekrutiert. Dennoch ergeben sich angesichts der internationalen Vernetzung der Finanzkonzerne zunehmend Möglichkeiten, auf Zeit ins Ausland zu wechseln. Die Wahrscheinlichkeiten hängen dabei stark von der jeweiligen Sparte ab – Investmentbanker haben vergleichsweise gute Karten, Mitarbeiter aus dem Retailbereich sollten sich dagegen besser keine Hoffnungen auf einen Job machen.Auch Alter und Erfahrungshintergrund spielen eine wichtige Rolle. Für Young Professionals ist maximal ein mehrmonatiges Praktikum drin. Das Anforderungsprofil verlangt erfahrene Fach- und Führungskräfte mit entsprechenden Fremdsprachen-kenntnissen, die sich mit internationalen Weihen für höhere Aufgaben in der Heimat empfehlen wollen. Die Dauer der Aufenthalte variiert: Die WestLB etwa unterscheidet zwischen Short-Term-Entsendungen (sechs bis 24 Monate) und „geschäftsbedingten“ Auslandsstationen mit einer Länge von zwei bis fünf Jahren.
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