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Drei von vier Deutschen wären bereit, Versicherungen online abzuschließen. Doch die Assekuranzen tun sich schwer mit dem Web-Service, wie aktuelle Studien belegen.
Das Internet-Angebot deutscher Versicherer geht häufig am Kundenbedarf vorbei, so das Fazit einer aktuellen Studie der PASS Consulting Group zum Thema "Online-Insurance 2007". Dafür nahm das Beratungs- und Softwarehaus mit Zentrale in Aschaffenburg die Webportale der 25 hierzulande führenden Assekuranzen genauer unter die Lupe. Mit ernüchternden Ergebnissen - die Branche ist im Internet längst nicht so gut aufgestellt, wie sie selbst gerne glaubt.
Zu den größten Schwachpunkten zählt dabei das E-Mail-Management: Jede dritte Test-Mail der PASS-Prüfer blieb ohne Antwort und versickerte im virtuellen Nirwana. Ein katastrophaler Wert angesichts der eindeutigen Kundenpreferenzen: Mehr als 70 Prozent der Online-Kundschaft wünschen sich Auskünfte per E-Mail.
Doch nicht nur die Kommunikation ist lausig, Ähnliches gilt für die Beratung: Zwei Drittel der getesteten Versicherungsportale verzichten darauf, Interessenten Online-Bedarfsanalysen anzubieten.
Viel Nachholbedarf gibt es auch beim Thema Kundenkonten. Nicht einmal 40 Prozent der Websites gewähren den Kunden Zugriff auf die eigenen Daten, gut 60 Prozent verweigern sich den etablierten E-Commerce-Standards. So richtig dunkel wird das Bild, wenn es um die Online-Abwicklung von Bagatellschäden geht: Ganze zwei der untersuchten 25 Firmen-Homepages konnten hier punkten - der große Rest hält solcherlei Service hartnäckig für entbehrlich.
Mit dem Leistungsstand der Versicherungsangebote im Internet beschäftigt sich auch eine umfassende Studie der Alternus Management-Beratung aus dem Jahr 2006, in der gleich 78 Portale bewertet wurden. Blamables Ergebnis für die Branche: Nur sechs der von den Hamburger Beratern untersuchten Websites erreichten mehr als 50 Prozent der insgesamt möglichen Punktzahl.
Doch auch wenn sich die meisten Versicherungsunternehmen virtuell derzeit noch selbst im Weg stehen, ist die weitere Entwicklung längst vorgezeichnet. "Die Versicherer müssen jetzt die strategischen Entscheidungen treffen, denn für die zukünftigen Kunden-Generationen wird die Nutzung des Internets selbstverständlich sein", mahnt Dirk Schmidt-Gallas, Autor einer Ende 2006 von Simon, Kucher & Partners veröffentlichten Studie zum Thema.
Schmidt-Gallas erwartet einen starken Wachstumsschub bei den Online-Versicherungen. Mit erfreulichen Konsequenzen. Denn für Ausbau und Professionalisierung ihrer Internet-Aktivitäten werden die Unternehmen schon bald kräftig investieren müssen. Nicht nur in die Technik, sondern vor allem in qualifiziertes Personal - die Tür zur Zukunft steht weit offen.
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