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Zusatzversicherungen zum Ausgleich der Einschnitte bei den Renten und gesetzlichen Krankenkassen erleben ein stürmisches Wachstum. Job-Chancen in der Versicherungsbranche sind positiv.
Die Riesterrente
Der Namensgeber ist längst aus der ersten Reihe der politischen Prominenz verschwunden und fristet ein Dasein als Hinterbänkler im Bundestag, doch die nach dem früheren Arbeitsminister Walter Riester benannte Zusatzrente macht mächtig Karriere und den großen Versicherern inzwischen richtig Freude. Nach zähem Beginn entwickelt sich die Riesterrente mehr und mehr zum Millionenseller. Allein im ersten Halbjahr 2007 konnten die 914 000 Policen an die Kundschaft bringen – ein Riesen-Geschäft, Versicherungsunternehmen das auch positive Job-Chancen mit sich bringt.
Besonders erfreulich für die deutsche Versicherungswirtschaft. Die Riesterrente ist längst nicht mehr der einzige neue Umsatzbringer. Angesichts der tiefen Einschnitte bei der staatlichen Rente werden die Zusatzversicherungen immer mehr zur Notwendigkeit für jeden, der sich im Alter versorgt wissen will. Das dynamischste Wachstum verzeichnet die Branche bei den so genannten Basisrenten. Hier konnten die Versicherer im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von satten 122 Prozent verbuchen. Damit entwickelt sich die Basisrente zum ernst zu nehmenden Umsatzbringer. Allein die Deutsche Vermögensberatung (DVAG), nach eigenem Bekunden Marktführer in diesem Segment, konnte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits mehr als 28 000 Policen verkaufen.Den boomenden Versicherungsmarkt nutzen viele Jobsuchende zum einen Einstieg in die Berufswelt der Versicherungen.
Zweiter Gesundheitsmarkt
Was inzwischen auch auf die Rente zutrifft, gilt schon seit längerem für die Gesetzlichen Krankenkassen. Je mehr die Leistungskataloge zusammengestrichen werden, um die Kostenexplosion im Gesundheitswesen aufzufangen, desto notwendiger erscheinen private Zusatzversicherungen. Vor allem beim Zahnersatz geht für die Versicherten sonst kaum noch etwas. Fast jeder dritte Kassenpatient verfügt bereits über eine ergänzende Dental-Police. Die Ausgaben der Deutschen für den „Zweiten Gesundheitsmarkt“ steigen Jahr für Jahr um sechs Prozent. Auf rund 60 Milliarden Euro beziffert eine aktuelle Studie von Roland Berger Strategy Consultants das Volumen der privat finanzierten Gesundheitsleistungen und -produkte hierzulande – ein Mega-Markt auch für die Assekuranzen.
Wer mit Zusatzversicherungen Umsatz und Karriere machen und seine Job-Chancen steigern will, braucht allerdings entschieden mehr als nacktes Produktwissen. Denn die Kundschaft ist angesichts eines immer unübersichtlicheren Gesamtangebotes zunehmend verunsichert. So beklagen laut einer großen Forsa-Umfrage zum Thema drei von vier Kassenpatienten mangelnden Durchblick. Damit wird die Qualität und Glaubwürdigkeit der Beratung zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Versicherungsberater, die hier die Nase vorn haben wollen, kommen um Investitionen in entsprechende Schulungen und Fortbildungen kaum herum.
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