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1. Aktuelles
Die Banken- und Finanzwelt wandelt sich: Die Aufgaben und Produkte werden immer komplexer und damit beratungsintensiver. Besonders der Vertrieb wird weiter ausgebaut, und durch Fusionen und länderübergreifende Kooperationen wird das Geschäft internationaler.
Kundenorientierung wird bei Banken und Finanzdienstleistern groß geschrieben: Ob Privat- oder Firmenkunde - für alle müssen die Mitarbeiter immer ein offenes Ohr haben. Besonders viel Kundenkontakt haben die Angestellten, die in den Filialen hinter den Schaltern arbeiten, und Kundenbetreuer, die die Anleger zu Beratungsgesprächen in ihren Büros empfangen oder sie zu Hause beziehungsweise in der Firma besuchen. Vor allem Kundenbetreuer müssen in der Lage sein, alle Fragen rund um Geldgeschäfte und Kapitalanlagen stets kompetent zu beantworten.
Hinter den Kulissen
Ein großer Teil der Beschäftigten bei Banken und Finanzdienstleistern arbeitet auch "hinter den Kulissen" ohne direkten Kundenkontakt: zum Beispiel in der Revision, im Rechnungswesen oder in der Produktentwicklung. Auch Einsatzbereiche, die auf den ersten Blick wenig mit dem Geldgeschäft zu tun haben, sind für Wirtschaftsabsolventen interessant: Personal, Controlling, Marketing und die Informationstechnologie sind Abteilungen, die häufig interessante Aufgaben für Absolventen bieten.
Geschäftsbanken - dazu zählen unter anderem Großbanken, öffentlich-rechtliche (Sparkassen, Landesbanken) und genossenschaftliche Kreditinstitute (Volks- und Raiffeisenbanken) - und Spezialbanken (Hypothekenbanken, Bausparkassen) sind die zwei Beine der Bankenwelt. Ihre Aufgaben lassen sich grob unterteilen in Investmentbanking, Privat- und Firmenkundengeschäft. Finanzdienstleister bieten im Gegensatz zu den Banken Produkte mehrerer Anbieter an und geben unabhängige Versicherungs- und Vermögensberatung.
2. Anforderungen
Neben einem abgeschlossenen Studium und einer guten Examensnote erwarten die Banken und Finanzdienstleister von ihren Bewerbern auch den Nachweis von berufsrelevanten Praktika. Sehr gute Englischkenntnisse sind in der international orientierten Branche ein Muss, weitere Fremdsprachen können nicht schaden. Auch Auslandserfahrung - sei es durch ein Studium oder ein Praktikum - wird gern gesehen. Eine hohe Dienstleistungsmentalität und die Freude am Kundenkontakt sind in der Finanzbranche unabdingbar, ebenso wie gute Team- und Kommunikationsfähigkeiten sowie viel Engagement für die Arbeit.
Von null auf hundert
Sich flexibel in neue Aufgaben einarbeiten zu können, ist in der sich wandelnden Branche eine nützliche Qualifikation. Analytische Fähigkeiten sind in der Welt voller Zahlen nicht wegzudenken, ebenso wenig wie Akquisitionstalent und Verhandlungsgeschick, wenn man in den Vertrieb gehen möchte. Spezialwissen, wie Kenntnisse über den Kapitalmarkt oder internationale Kreditgeschäfte, eröffnet dem Bewerber besondere Möglichkeiten: Spezialisten, die keine lange Einarbeitungszeit benötigen, sind begehrte Kräfte auf dem Finanzdienstleistungsmarkt.
Gesuchte Studienrichtungen
- BWL, VWL, gern mit den Schwerpunkten Bankwesen/Banking und Finance
- Wirtschaftsingenieurwesen
- Wirtschaftsmathematik
- Wirtschaftsinformatik
- Wirtschaftsrecht
Bewerber-Profil
- Studium mit gutem Abschluss
- Praktika
- sehr gute Englischkenntnisse
- Auslandserfahrung
- Kundenorientierung
- analytisches Denken
- Akquisitionstalent
- Verhandlungsgeschick
3. Einstieg
3.1. Einsteigen bei Großbanken
Auch wenn in den Banken allgemein Stellen abgebaut werden: Der Anteil an Akademikern wird vor allem bei den großen Instituten weiter steigen. Jedes zweite Stellenangebot der Branche richtet sich mittlerweile an Bewerber mit Hochschulabschluss.
Einsatzbereiche
Der Vorteil eines Berufseinstiegs bei den Großbanken: Sie haben oft die ganze Palette der Bank- und Finanzdienstleistungsgeschäfte im Angebot. Zahlungsverkehr, Devisen- und Kreditgeschäfte, Immobilienhandel, Investmentgeschäfte, Anlageberatung, Vermögensverwaltung und die Vermittlung fremder Produkte wie etwa Versicherungen sind nur einige der Aufgabengebiete, mit denen Hochschulabsolventen sich in Großbanken beschäftigen können. Hinzu kommen Einsatzmöglichkeiten in den Zentralabteilungen wie Personal, Marketing, Rechnungswesen, Controlling, Organisationsberatung oder Qualitätsmanagement.
Einstieg als Trainee
Der klassische Einstiegsweg für Berufsstarter ist nach wie vor das Traineeprogramm. Im Gegensatz zu vergangenen Jahren wurden die Programme jedoch stark gestrafft und führen die Trainees nun zielgerichteter an ihre künftigen Aufgaben heran. Dauerten die Programme bisher bis zu zwei Jahre, so sind heute zwölf- bis 15-monatige Ausbildungszeiten die Regel. Praktisch alle Großbanken bieten Traineeprogramme an. Absolventen mit Berufserfahrung - sei es durch eine vorherige Ausbildung oder durch längere Praktika bei einer Bank - haben auch die Möglichkeit, sich auf konkrete Stellen zu bewerben.
Kundenorientierung bei der HypoVereinsbank
Arbeiten bei einer Bank heißt oft, den direkten Kontakt zum Kunden zu suchen. Bewerber mit einer ausgeprägten Dienstleistungsmentalität sind daher gern gesehen - so auch bei der HypoVereinsbank, die in Deutschland ihr Geschäft auf Privat- und Immobilienkunden, auf die Vertreter der freien Berufe wie Ärzte, Steuerberater oder Rechtsanwälte sowie auf kleine und mittelständische Firmenkunden ausrichtet. Das Traineeprogramm "Private Banking" legt daher den Schwerpunkt auf die Ausbildung in Verkauf und Beratung. Die ersten Monate sind den Grundlagen des Bankgeschäfts gewidmet, anschließend begleitet der Trainee einen Private Banking-Kundenberater und übernimmt nach und nach seine ersten eigenen Kunden. Ähnliche Programme bieten auch andere Banken an, die im Privatkundengeschäft tätig sind. Absolventen, die bereits fundierte Erfahrung in der Finanzdienstleistungsbranche und im Verkauf mitbringen, können sich in anderen Traineeprogrammen gezielt auf die Übernahme einer eigenen Filiale vorbereiten. Sie spezialisieren sich hier zum Beispiel für Aufgaben im Produktmanagement, in der Vertriebssteuerung, im Portfoliomanagement oder in der Produktentwicklung.
Investmentbanking bei der Commerzbank
Das Firmen- und Privatkundengeschäft ist ein Standbein der Großbanken, ein anderes ist das Investmentbanking. Dazu zählen alle kapitalmarktorientierten Geschäfte, zum Beispiel der Handel von Wertpapieren und ihren Derivaten, Zins- und Währungsmanagement sowie die Beratung von Unternehmen bei Übernahmen und Fusionen.
Interessenten für das Investmentbanking haben zum Beispiel bei der Commerzbank eine große Auswahl an Einstiegsmöglichkeiten: So sind Trainees beispielsweise an der Entwicklung des internationalen Bankgeschäfts beteiligt, andere wiederum gestalten die Aktien-, Devisen-, Geld- und Rentengeschäfte mit und übernehmen nach ihrer Ausbildung Verantwortung als Händler. Ein Teil der Trainees lernt Kapitalmarkttransaktionen kennen und beendet das Programm ebenfalls als Spezialist mit verantwortungsvollen Aufgaben.
Generalisten können eine Bank in ihrer Ganzheit kennen lernen und werden in mehreren Schritten auf ihre Aufgaben vorbereitet: In der Regel werden sie zunächst mit den Grundlagen des Bankgeschäfts in den Filialen vertraut gemacht. Danach wird das künftige Aufgabenfeld festgelegt und die Trainees werden individuell weitergebildet. Am Ende des Programms werden sie gezielt auf die Übernahme eines konkreten Jobs vorbereitet - als Spezialist, Führungskraft oder Projektleiter. Denn Führungspositionen werden nicht selten mit Mitarbeitern aus den eigenen Reihen besetzt.
Auslandseinsatz bei der Deutschen Bank
Wer in einer internationalen Großbank arbeitet, hat auch die Gelegenheit, gegebenenfalls einen Teil seiner Ausbildung im Ausland zu verbringen. Rund vierzig Prozent der Mitarbeiter in deutschen Großbanken sind mittlerweile im europäischen Ausland beschäftigt - und die Internationalisierung nimmt aufgrund von Fusionen und Kooperationen in der Bankenwelt weiter zu. So besteht vor allem bei Global Playern wie der Deutschen Bank auch schon für Trainees die Möglichkeit, einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland zu verbringen.
Je nach Einsatzort beginnen die Einsteiger bei der Deutschen Bank als Trainees und durchlaufen zwei bis drei Abteilungen, oder sie starten direkt in einem bestimmten Aufgabenbereich. Wer sich bewährt, hat die Wahl, ob er als Spezialist oder als Führungskraft Karriere machen möchte. So können Berufseinsteiger im Vertrieb bei geeigneten Qualifikationen zum Beispiel Filialleiter werden, Investmentbanker übernehmen immer wichtigere und größere Kunden, oder IT-Experten haben die Aussicht auf eine Projektleitung. Das Beispiel der Deutschen Bank zeigt: Je größer die Bank ist, umso mehr Möglichkeiten haben Absolventen, ihren Traumjob zu finden.
Trainee bei der Dresdner Bank
Bei der Dresdner Bank können Absolventen sich zum zertifizierten Wertpapierberater ausbilden lassen oder am Corporate Banking New Talent Program teilnehmen. Die "New Talent"-Trainees sammeln in den regionalen Niederlassungen erste Vertriebserfahrung. Parallel dazu erwerben sie in verschiedenen Trainingsmaßnahmen das notwendige Spezialwissen für ihre künftigen Aufgaben. Nach Abschluss des Traineeprogramms haben sie die erste Stufe der Karriereleiter erreicht und können sich Associate oder Produktspezialist nennen.
Einstieg bei der Citibank
Ein weiterer Global Player in der internationalen Bankenwelt ist die Citibank, die in rund hundert Ländern vertreten ist. Für Hochschulabsolventen bietet sie Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten im Vertrieb, in den zentralen Bereichen oder im Dienstleistungscenter Duisburg. Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Traineeprogramm kann ein Absolvent im Vertrieb zum Beispiel Filialleiter, Vertriebsmanager, Vermögensberater oder Leiter eines Investmentcenters werden. Auch Vertriebs- oder Regionaldirektor sind mögliche Schritte auf der Karriereleiter. Zum Projekt- oder Produktmanager, Abteilungs- oder Bereichsleiter kann man sich in den zentralen Bereichen oder im Dienstleistungscenter hocharbeiten.
Alle Großbanken setzen bei Traineeprogrammen und Direkteinstiegen auf "Training-on-the-job". Vom ersten Tag sind die Einsteiger in ein festes Team integriert und werden mit Aufgaben aus dem Tagesgeschäft betraut. Nach und nach wächst die Verantwortung, die der neue Kollege für seine Arbeit übernimmt. Daneben bieten die Banken ihren Einsteigern eine ganze Reihe von Seminaren an, um sich fortzubilden: Fachliche Workshops gehören ebenso dazu wie persönlichkeitsbildende Seminare, zum Beispiel zu Präsentationstechniken und Rhetorik.
3.2. Einsteigen bei Landesbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken
Die Aufgaben der genossenschaftlichen sowie öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute sind etwas anders gelagert als die der Privatbanken. Akademiker finden jedoch auch hier vielfältige Möglichkeiten für ihren Berufseinstieg.
470 Sparkassen mit mehr als 17.000 Geschäftsstellen betreiben Bankgeschäfte mit privaten Haushalten, Unternehmen - vor allem Mittelstand und Handwerk -, Kommunen und institutionellen Kunden. Hinzu kommen elf Landesbanken mit circa 680 Geschäftsstellen, die die Sparkassen zum Beispiel bei Industrieansiedlungen, Infrastrukturmaßnahmen sowie Mittelstands- und Wohnungsbauförderung unterstützen. Des Weiteren gibt es rund 1.300 Volksbanken und Raiffeisenbanken, die als Genossenschaftsbanken von ihren Mitgliedern getragen werden. Mehr als die Hälfte der Kunden sind gleichzeitig Teilhaber ihrer Bank. Dabei bieten die Banken die ganze Bandbreite der Finanzdienstleistungen, von der Altersvorsorge bis zur Unternehmensfinanzierung.
Traineeprogramme bei Landesbanken Im Gegensatz zu internationalen Großbanken ist die regionale Gebundenheit das Besondere an der Arbeit in einer Genossenschaftsbank, Sparkasse oder auch Landesbank. Bei Landesbanken erfolgt der klassische Einstieg über ein Traineeprogramm. So durchlaufen Berufsstarter zum Beispiel bei der Landesbank Rheinland-Pfalz zwölf bis 15 Monate lang mehrere Stationen in einem der Bereiche (internationale) Finanzierung, Controlling, Risk Management oder IT. Nach Abschluss werden die Einsteiger je nach Eignung weiter gefördert. Für den Expertennachwuchs gibt es spezielle Ausbildungsprogramme.
Auch die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) bietet verschiedene Einstiegswege für Absolventen. So beginnt zum Beispiel ein Trainee mit dem Schwerpunkt Corporate Finance in der Abteilung Kredit-/Cash-Flow-Analyse, wo er unter anderem die Bonität der Risikoträger prüft und in Transaktionen eingebunden wird. Anschließend hat er in verschiedenen Fachabteilungen die Gelegenheit, an der Realisierung neuer Geschäftsabschlüsse mitzuwirken.
Einsteigen bei Sparkassen
Die Sparkassen haben sich in einer Finanzgruppe zusammengeschlossen und bieten zentrale Ausbildungsmöglichkeiten an: Eine eigene Hochschule offeriert drei Bachelor-Studiengänge, und in der Deutschen Sparkassenakademie werden Mitarbeiter weitergebildet. Ist die Sparkasse groß genug, lernen die Einsteiger via Traineeprogramm ihr neues Arbeitsfeld kennen - wie zum Beispiel bei der Sparkasse Köln-Bonn. Der Einstieg in den Vertrieb im Individual- und Firmenkundengeschäft ist vor allem für Bewerber interessant, die bereits Bank- oder Vertriebserfahrung gesammelt haben. Je nach Studienabschluss ist auch der Direkteinstieg in klassischen Stabsfunktionen wie Controlling, Unternehmenssteuerung, Revision oder Personal möglich. Der Direkteinstieg ist bei kleineren Sparkassen eher üblich als ein Einstieg über das Traineeprogramm.
Karrierestart bei Raiffeisenbanken
In Volks- und Raiffeisenbanken, die meist relativ kleine Filialen haben, ist das Angebot für Hochschulabsolventen begrenzt. Traineeprogramme werden nur selten angeboten, Direkteinstiegspositionen bei Bedarf. Ein Blick auf die Stellenmarktseiten der Banken lohnt sich. Anders sieht es aus bei der DZ Bank, der Deutschen Zentral-Genossenschaftsbank, die für die Volks- und Raiffeisenbanken Produkte entwickelt und ihnen ihre Dienstleistungen anbietet. In einem Traineeprogramm lernen die Einsteiger hier zum Beispiel das Investment Banking kennen. Nach 15 Monaten "Training-on-the-Job" werden die Trainees dann zunächst als "Mitarbeiter in einer Gruppe" übernommen. Anschließend haben die Nachwuchskräfte die Möglichkeit, im Rahmen eines Laufbahnmodells ihre eigene Entwicklung im Unternehmen mitzugestalten.
3.3. Einsteigen bei Finanzdienstleistern
Das Besondere an einem Berufseinstieg bei Finanzdienstleistern: Die Berater arbeiten selbständig, haben aber gleichzeitig einen starken Partner im Rücken, der das Risiko einer Existenzgründung minimiert. Ein ideales Arbeitsumfeld für Absolventen, die unternehmerisch arbeiten möchten.
Geschäftskonzept von Finanzdienstleistern
Das Konzept ist bei allen Finanzdienstleistern gleich: Ihre Berater akquirieren selber Kunden, sind selbst für ihren Umsatz verantwortlich und arbeiten auf eigenes Risiko - also nicht viel anders als andere Existenzgründer auch. Gleichzeitig werden sie dabei aber von ihren Unternehmen auf unterschiedliche Art und Weise unterstützt: Sie erhalten zum Beispiel eine Anschubfinanzierung - in einigen Unternehmen als zinsloses Darlehen, in anderen kostenfrei - sie können Büros in den Geschäftsräumen des Unternehmens nutzen und bekommen einheitliche Software und Informationsmaterial zur Verfügung gestellt.
Im Vergleich zu Banken und Versicherungen, die in der Regel nur ihre hauseigenen Produkte anbieten, haben Finanzdienstleister Zugriff auf die verschiedensten Versicherungs- und Anlageprodukte. Für die Vermittlung erhalten sie je nach Unternehmenskonzept entweder eine Provision oder ein Beratungshonorar, das zu einem großen Teil oder sogar vollständig ihr Einkommen ausmacht.
Traineeprogramm bei AWD
Bis ein Berater eigenständig zu einem Kunden geschickt wird, durchläuft er zunächst eine fundierte Ausbildung. Bei AWD zum Beispiel gibt es ein sechsmonatiges Traineeprogramm, in dem der Absolvent das komplette Portfolio der privaten Finanzplanung und den Beratungsansatz des Hauses kennen lernt. Er geht in dieser Zeit mit einem erfahrenen Berater auf Kundenbesuche und darf schon bald selbst die Kundendaten, die sich im Gespräch ergeben, aufnehmen: Was sind die finanziellen und persönlichen Ziele des Kunden? Wann will er sie erreichen? Wie viel Kapital steht ihm monatlich für die Ansparphase zur Verfügung? Anschließend analysiert der Trainee zusammen mit dem Berater die Daten und erstellt einen Finanzplan. Im Anschluss an das Traineeprogramm erhält der Absolvent entweder Bestandskunden von einem erfolgreichen AWD-Berater oder baut sich selbst einen Kundenstamm auf und arbeitet als freier Handelsvertreter.
Karrieremöglichkeiten bei MLP
Bei MLP beginnen die Einsteiger in der Regel mit Karriere- oder Finanz-Workshops für Studenten. Aus diesen Workshops rekrutieren sie ihre ersten Kunden. Parallel dazu durchlaufen die MLP-Mitarbeiter zwei Jahre lang in Blöcken die Corporate University und werden dort zum Financial Consultant ausgebildet. In den nächsten Jahren vergrößern sie ihren Kundenstamm auf bis zu 250 Kunden. Wer höher hinaus will, kann für finanziell starke Kunden auf Honorarbasis Vermögensberatung betreiben und konzentriert sich dann auf einen ausgesuchten Kundenstamm.
Ausbildung bei der Deutschen Vermögensberatung
Die Deutsche Vermögensberatung baut ihre Ausbildung auf vier Säulen auf: von der Grund- über die Fachausbildung bis hin zur Weiterbildung und Führungsausbildung. Dazu gehört neben Produkt- und Persönlichkeitsschulungen auch das Wissen um den Aufbau eines eigenen Unternehmens. Das Erlernte wird in der täglichen Beratungsarbeit direkt umgesetzt. Wer sich bewährt, kann sich eine eigene Vermögensberater-Organisation aufbauen und wiederum Mitarbeiter einstellen.
4. Arbeitsbereiche
Privatkundengeschäft
Privaten Kunden bieten Banken im Retail Banking mehr oder weniger standardisierte Leistungen an. Das gute alte Girokonto zählt ebenso dazu wie Bausparverträge, Versicherungsleistungen und Investmentfonds. Beim Private Banking erhält der Kunde eine individuelle Betreuung. Der Anleger erhält maßgeschneiderte Anlagestrategien und Vermögensformen, die speziell auf seine Bedürfnisse zugeschnitten sind. Auch die Vergabe von Kleinkrediten fällt in diesen Bereich.
Firmenkundengeschäft
Hier geht es um die Betreuung von institutionellen Anlegern und Unternehmen. Vermögensverwaltung, Portfoliomanagement, Beratung bei Zins- und Devisengeschäften sowie Kreditvergabe an Großkunden sind Elemente des Firmenkundengeschäfts. Oftmals fällt auch das Asset Management unter die Rubrik Firmenkundengeschäft. Dabei handelt es sich um die Betreuung in den Bereichen institutionelle Vermögensverwaltung, Publikumsfondsgeschäft und betriebliche Altersvorsorge.
Investment Banking
Was in Amerika aufgrund des Börsen-Crashs von 1923 seit Jahren strikt getrennt ist, gehört in Deutschland zusammen: Investment Banking darf hierzulande von den klassischen Banken angeboten werden - was von diesen auch eifrig getan wird. Die Königsdisziplin des Investment Banking ist nach wie vor das Geschäft mit Mergers & Acquisitions. Dazu zählen Unternehmenskäufe, -verkäufe und -zusammenschlüsse ebenso wie Allianzen, Kooperationen und Joint Ventures, Börsengänge, Gründungen und Umwandlungen von Unternehmen. Neben Betriebswirten haben in diesem Bereich insbesondere Juristen gute Einstiegschancen.
Finanzdienstleister
Sie bieten meist mehrere Finanz-Dienstleistungen und Produkte unabhängig von einem Anbieter an. Sie leisten individuell Anlage-, Versicherungs- und Vermögensberatung und unterstützen bei der Nutzung staatlicher Förderungen - ganz gleich ob bei der Altersvorsorge oder beim Bausparen. Zu den großen der Branche zählen der Allgemeine Wirtschaftsdienst (AWD), MLP, Bonnfinanz, BHW, Deutsche Vermögensberatung, OVB Vermögensberatung und Tecis. Darüber hinaus bieten auch alle großen Versicherungskonzerne vielfältige Finanzdienstleistungen an, wie Allianz, HDI, Signal-Iduna, R+V oder Continentale - oft auch im Zusammenspiel mit großen Banken.
Autobanken
Neben den klassischen Kreditinstituten haben sich in den letzten Jahren verstärkt Nischen aufgetan. So konnten sich beispielsweise Autobanken am Markt etablieren und den alteingesessenen Banken Marktanteile erfolgreich streitig machen. Laut Berufsverband Deutscher Banken werden 70 Prozent der neuen Autos in Deutschland per Kredit- oder Leasingvertrag finanziert, Tendenz steigend.
Direktbanken
Auch die Direktbanken haben mit dem Aufkommen des Internets zugelegt. Direktbanken sind Banken, die kein eigenes Filialnetz besitzen und nur schriftlich, per Internet oder Telefon zu erreichen sind. Sie sind meist Tochtergesellschaften von Großbanken oder anderen Großkonzernen. Es gibt aber auch Ausnahmen wie die DiBa (Allgemeine Deutsche Direktbank AG), die selbständig ist. Sie nutzen meist die neuen Möglichkeiten in Vertrieb und Kundenansprache, die ihnen das Internet bietet. Durch das Wegfallen eines kostenintensiven Filialnetzes, können sie oft günstige Tarife anbieten. Allerdings können sie nicht in dem Maße Kunden individuell betreuen, wie es Filialbanken leisten können.
Techniker in der Banking-Branche
Das Gros der Stellen bei Banken und Versicherungen richtet sich an Wirtschaftswissenschaftler, Juristen und IT-Spezialisten. Aber auch (Wirtschafts-) Mathematiker, (Wirtschafts-) Informatiker, Physiker und Ingenieure finden Einsatzbereiche - und zwar sowohl im Direkteinstieg als auch in einem der vielfältigen Trainee- und Führungsnachwuchs-Programme.
Tätigkeitsfelder für DV-Spezialisten sind die Organisationsberatung, die Installationen und Pflege neuer Software, Analyse und Modellierung von Datenbanken, Netzwerktechnik, Benutzerservice, Applikations- und Betriebssystem-Management.
Mathematiker und Wirtschaftsmathematiker kalkulieren Tarife, richten betriebliche Altersvorsorgewerke ein. Außerdem möglich ist der Einstieg als Trainee im Underwriting, den Beurteilen und kalkulieren von Risiken. Aber auch Ingenieure können in das fakultative Underwriting einsteigen. Sie beurteilen Großrisiken wie Kraftwerke, Staudämme, U-Bahnen.
5. Karriere
Wer das Traineeprogramm in einer Bank erfolgreich absolviert hat, kann unterschiedliche Karrierewege einschlagen: Führungskräfte tragen die Verantwortung für eine Abteilung, Projektleiter die fachliche Verantwortung für die Arbeit ihres Teams. Bei der Expertenlaufbahn spezialisiert sich der Mitarbeiter auf einen bestimmten Bereich und wird von allen Abteilungen, die sich mit seinem Thema beschäftigen, zu Rate gezogen. In der Finanzdienstleistung arbeiten die Berater meist auf selbständiger Basis und sind damit selbst für ihren Erfolg verantwortlich.
6. Gehalt
Das durchschnittliche Einstiegsgehalt für Absolventen mit bis zu zwei Jahren Berufserfahrung liegt bei den Banken bei 34.964 Euro. (Quelle: PersonalMarkt Services GmbH, 2005). Einen kostenlosen Gehaltscheck oder eine ausführliche Gehaltsanalyse gibt's hier: Gehaltscheck/Gehaltsanalyse
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