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Angesichts von Milliardenschäden durch schlechte Beratung der Anleger setzt die Branche zunehmend auf Qualifizierung und aussagekräftige Abschlüsse.
Die Summe ist gewaltig: Auf 20 bis 30 Milliarden Euro beziffert der Gutachter und Finanzberater Dr. Michael Westendorf, Institutsleiter an der Universität Witten/Herdecke, die Vermögensschäden, die in Deutschland Jahr für Jahr durch inkompetente Finanzberatung verursacht werden. Für die Anleger ist das eine Katastrophe, aber auch das Image der Branche nimmt dabei erheblichen Schaden. "Bisher kann jeder Blödmann ein Gewerbe anmelden und andere beraten. Das muß sich ändern!" Vehement fordert der vereidigte Sachverständige Westendorf einen "TÜV für Berater".
Verunsicherung und Mißtrauen auf Seiten der Kunden machen das Business für niemanden leichter. Entsprechend bemüht ist die Branche, sich besser von selbsternannten Beratern und halbseidenen Finanzoptimierern abzugrenzen. Qualifizierung lautet dabei die Devise - durch geregelte, berufsbegleitende Weiterbildung mit aussagekräftigen Abschlüssen sollen der Kompetenz-Vorsprung ausgebaut und verlorenes Vertrauen zurückgewonnen werden.
Und es ist einiges geschehen seit Gründung der Deutschen Gesellschaft für Finanzplanung 1995: Ein verbindlich definiertes Berufsbild gibt es nun genauso wie ethische Grundsätze und Weiterbildungsangebote mit geregelten Abschlüssen. Auf IHK-Seite wurde die zweistufige Fortbildung zum Fachberater und Fachwirt für Finanzdienstleistungen etabliert, inzwischen existieren mit dem Financial Adviser und Financial Planner zwei Zertifikate, die auch auf europäischer Ebene anerkannt werden. An höchsten internationalen Leistungsstandards orientiert sich der begehrte Abschluß als Certified Financial Planner (CFP), der in Deutschland an der EBS Finanzakademie und der Hochschule für Bankwirtschaft angeboten wird.
Westendorf geht das noch nicht weit genug: "Was fehlt, das sind unabhängige Experten." Um diese Lücke zu schließen, startet das Institut für Finanzmarktforschung und Qualitätssicherung der Privat-Uni Witten/Herdecke dieses Jahr einen berufsbegleitenden Studiengang zum Sachverständigen für die Bewertung von Investition und Finanzierung. Kosten: 12.750 Euro plus Mehrwertsteuer.
von Jan Tiedge
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