Die globale Vernetzung im Finanzsektor erzeugt auch bei uns Bedarf für Spezialisten mit internationaler Qualifikation: Rating-Analysten stehen auf der Sonnenseite.
Scheinbar unaufhaltsam schreitet die Internationalisierung des Finanzplatzes Deutschland voran. Eine Entwicklung mit Siegern und Verlierern, denn der Innovationsdruck ist groß, und nicht jeder zeigt sich ihm gewachsen. Die Einführung der EU-Bilanzierungsstandards für Börsenunternehmen etwa hat neues Know-how und Handwerkszeug erforderlich gemacht. Eine Situation, die Chancen birgt - für alle, die bereit sind, die Ärmel hochzukrempeln und auf der internationalen Welle zum Erfolg zu surfen.
Ein in deutschen Landen noch junges Berufsbild mit sonnigen Zukunftsaussichten ist das des Rating-Analysten. Einstmals auf große Rating-Agenturen wie Standard & Poor's und Moody's beschränkt, entwickeln sich die nach internationalen Standards arbeitenden Unternehmens-Analysten auch auf Seiten der Kreditinstitute zunehmend zu gefragten Spezialisten. Ein hochinteressantes Berufsfeld mit guten Verdienstmöglichkeiten und Karriereperspektiven. Der Weg dorthin ist allerdings nicht ohne. Wer ihn gehen will, braucht neben umfassenden Englischkenntnissen ein abgeschlossenes Universitäts- oder BA-Studium bzw. mehrjährige spezifische Berufserfahrung - und etwas Geld auf der hohen Kante.
Führender deutscher Anbieter für die Qualifizierung zum Rating-Analysten ist die Universität Augsburg, die 2002 als erste Lehrstätte hierzulande einen entsprechenden Qualifizierungskurs ins Programm nahm (www.rating-analyst.de). In Kooperation mit Rating-Agenturen wie Standard & Poor's oder Fitch Deutschland lernen die Teilnehmer in 300 Vorlesungsstunden die gängigen Analysemethoden und -Instrumente kennen und einzusetzen, wie sie heute international in Rating-Agenturen und bei den Kreditinstituten Verwendung finden. Angesichts einer Kursgebühr von 11.500 Euro ist das Augsburger Angebot allerdings ein teures Vergnügen. Dafür dürfen sich die Absolventen mit dem Titel Rating-Analyst (univ.) schmücken.
Es geht auch günstiger: Neben der Uni Augsburg bietet eine Vielzahl privater Institute entsprechende Kurse an. Hier sollten Interessenten jedoch genau prüfen, auf wen sie sich da einlassen, und unbedingt mehrere Angebote vergleichen.
von Jan Tiedge
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