Das Investmenthaus Lupus Alpha plant ein "Talent-Hotel" für junge Asset Manager mit neuen, erfolgversprechenden Ideen. Die Besten dürfen ihre Projekte realisieren.

Die Idee ist neu in Deutschland und kommt, wie so viele andere auch, aus den Vereinigten Staaten. Dort setzen unter anderem die großen Hedge-Fonds auf kleine Start-ups, wenn es darum geht, die besten Nachwuchsleute an das eigene Unternehmen zu binden und aufzubauen. Die Hoffnungsträger erhalten im Kleinen - aber unter absolut realistischen Bedingungen und mit echtem Geld - die Chance, die Tragfähigkeit ihrer Ideen am Markt zu beweisen. Wer dabei Erfolg hat, darf es anschließend in großem Maßstab versuchen oder kann sich auf einen erstklassigen Job im Mutterhaus freuen.
Hierzulande übernimmt das Investmenthaus Lupus Alpha die Trendsetter-Rolle. Im Herbst dieses Jahres soll mit Gründung der Fondsboutique der erste Talentschuppen für deutsche Nachwuchsstrategen auf den Weg gebracht werden. "Wir suchen die Talente und übernehmen die Risikokontrolle", erläutert Ralf Lochmüller, einer der Geschäftsführer und Sprecher der vier Lupus-Alpha-Partner, das Vorgehen: "Deren Finden und Binden ist der Schlüssel zum Erfolg im Asset Management."
Geplant sind für den Start fünf Zweier-Teams, die zwischen fünf und zehn Millionen Euro an realem Startkapital erhalten. Anschließend haben die Teams zwei Jahre Zeit, um überzeugende Zuwächse zu erwirtschaften. Ziel sei die Etablierung einer "Venture-Plattform", auf der Spezialisten und Investoren zusammenfinden und neue Strategien entwickelt, getestet und zur Marktreife gebracht werden können.
Damit nichts die Konzentration der zehn Auserwählten auf ihre anspruchsvolle Aufgabe stört, hält Lupus Alpha ihnen den Rücken frei: Die Teilnehmer werden in Hotels einquartiert und stehen während des gesamten Zeitraumes mit festen Gehältern auf der Payroll des Frankfurter Mutterhauses. Kein Wunder, daß der Kampf um die wenigen Plätze bereits voll entbrannt ist. Der Kreis der Bewerber reicht dabei vom Junior-Portfolio-Manager bis zum Hochschul-Professor.
Auch für Investoren scheint das Konzept durchaus attraktiv zu sein - schon beim Start wird der größere Teil des Fondsboutique-Kapitals von Lupus-Alpha-Kunden kommen.
von Jan Tiedge
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